So arbeiten die Tester von morgen

Die neue agile Welt der ICT verändert den Beruf des Testers. Die Testautomation zu beherrschen reicht heute nicht mehr aus, denn die digitale Transformation bricht die gewohnten Prozesse in der Informatik auf. Warum ist das eine gute Nachricht für uns Tester?

Bisher waren Tester nicht die angesehenste Berufsgruppe der ICT. Prestige genossen vor allem die Entwickler. Das wird künftig anders. Der Tester wird in Scrumteams von Beginn an dabei sein. Er wird nicht mehr vom Entwickler abhängig sein, sondern auf Augenhöhe mit ihm eine Testumgebung erstellen, in der der Entwickler arbeiten kann. Er vereinbart die Schnittstellen mit dem Entwickler und baut für ihn eine Simulation. Der Entwickler wird sozusagen zum Kunden des Testers.

Dafür braucht der Tester Ingenieurskenntnisse, muss jedoch auch von Architektur etwas verstehen. Künftig brauchen wir Testarchitekten, die eine Simulationsarchitektur erstellen. Tester werden firmenweit denken und die Prozesse end-to-end verstehen. Und ihr Karrierepfad wird sich verändern.

Die Grenzen der Berufsgruppen, wie wir sie bisher in der ICT verstanden, verwischen sich. Jeder muss die Arbeit des anderen verstehen. Die Zusammenarbeit wird enger und schneller, denn Entwickler und Tester arbeiten nicht mehr nacheinander, sondern parallel und gemeinsam. So werden Projekte schneller.

PostFinance will in der digitalen Transformation des Bankensektors die Nase vorn haben. Diese Transformation verändert unsere Prozesse – so sind künftig Releases im Dreiwochenrhythmus möglich. Deshalb bauen wir bei PostFinance ein Kompetenzzentrum für Simulation auf. Damit gehört PostFinance zu den ersten Unternehmen, die nach der Methode der Service Virtualization arbeiten. Dies bietet anspruchsvollen Testern ein vielseitiges Umfeld, in dem sie viel bewirken können.

Ich bin motiviert und stolz, das neue Berufsbild von Testern mitprägen zu dürfen.

Michael Perrig
Testengineer bei PostFinance

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  • Unsere Erfahrung ist, dass selbst erfahrene und technisch versierte Test Engineers auch in einem Scrum-Team leicht untergehen und überstimmt werden können mit teilweise fatalen Folgen. Und dies weil sie eben auch in einem Scrum-Team „nur“ auf Augenhöhe sind. Auch in einem Scrum-Team werden Programmierer nicht plötzlich zum Kundenversteher. Bedenken von Testern können problemlos vom Programmierer ignoriert / negiert werden. Es braucht daher nach wie vor eine übergeordnete Rolle eines TestManagers oder Coach, dem weitreichendere Kompetenzen zugesprochen werden als dem Scrum-Team, so dass dieser entsprechend einschreiten kann, wenn die Vorbehalte der Tester nicht ernst genommen werden. Oft wird dafür der sog. Produkt-Owner zitiert, aber dieser hat leider oft auch nur sein eigenes Produkt und seinen Termindruck im Auge. Wenn das Produkt aber Teil eines viel Grösseren ist, braucht es jemanden, der den Überblick behält und sich nicht von utopischen Terminversprechungen beeindrucken lässt.

  • Markus Pilz sagt:

    Ein Release im Dreiwochenrhytmus nennen Sie Zukunft? Ich denke ein Release im Wochenryhtmus ist heute Standard, oder? Die Herausforderung für morgen ist es, in jedem Moment einen Release rauspushen zu können. Und das wird nicht mit den gleichen Methoden und Tools möglich sein, wie der wöchentliche (oder dreiwöchige) Release.

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